Was ist Alltagsphilosophie?

Was ist Alltagsphilosophie?

Was bedeutet es für die Themen dieser Veranstaltungsreihe?

In Filmen und Büchern und unseren privaten Gesprächen geht es oft um die zentralen Begriffe uns­eres Zusammen­lebens:

Schuld, Verantwort­ung, Gerechtigkeit, Freiheit, Vergebung. Das sind Begriffe und damit verbundene Probleme, die auch den Kern der Philosophie als Tugend des Denkens bilden.

Dass philosophische Auseinandersetzung Früch­te tragen kann, indem sie alltägliche Ein­stel­lun­gen genauer beleuchtet, wollen wir gemein­sam erarbeiten und wie man philosophisch diskutiert und argumentiert.

Entdecken Sie selbst, wo die Philosophie im Alltag überall lauert:

Rationale Entscheidungen, Intuition, Gefühle und Stimmungen, die Inter­pre­ta­tion der Wahr­nehmung, Zweifel, Glaube und Überzeugungen, Meinungen und Wünsche:

Haben Sie schon ein­mal einen Tag lang auf all dies verzichtet? Sicher nicht!

Auch Sie stellen täglich philo­sophische Überlegungen an, wie „Brauche ich einen Sinn für mein Handeln?“ oder „Darf ich das tun, ist das alles erlaubt?“

Dienstag, 30. Mai 2017

Religion und Spiritualität heute und 
die mögliche zukünftige Entwicklung

am  Donnerstag1.6.2017, 19:00 Uhr im Mehrgenerationenhaus, Bad Dürkheim.




BRAUCHEN WIR GOTT? 

Eher nicht, befinden immer mehr Menschen. Ihren Glauben aber geben sie deshalb nicht auf. Sie suchen für ihn nur neue Formen: als spirituelle Atheisten, als Erfinder von Ritualen, in Gemeinden ohne Religion.

Multireligiöses Durcheinander samt Ungläubigkeit zu respektieren, erscheint als guter Startpunkt für die Zukunft der globalisierten Welt. Die Entwicklung vollzieht sich leise. Sie birgt die Chance, Trennendes zu überwinden und die Ehrfurcht vor dem Unbegreiflichen mit dem modernen Weltbild zu versöhnen. 

Albert Einstein hat das Paradox elegant auf den Punkt gebracht. Er bezeichnete sich selbst als „tiefreligiösen Atheisten“. 
Wer wie Einstein den Zauber des Kosmos, die Geheimnisse der Natur und die Wunder des Lebens bestaunt, braucht keinen Gott und teilt doch eine Grundhaltung mit denen, die Gott als Schöpfer des Universums, als Erklärung und Chiffre für das Unbegreifliche verehren. Der Philosoph Ronald Dworkin (1931–2013) zieht daraus den Schluss, dass naturwissenschaftliche und religiöse Sichtweise viel näher beieinanderliegen als allgemein angenommen. In seinem Buch „Religion ohne Gott“ schreibt er: das, was beide Gruppen „derzeit für eine unüberbrückbare Kluft halten“, könnte nur eine „Meinungsverschiedenheit ohne moralische oder politische Bedeutung“ sein. 

Anthropologen schätzen, dass es im Lauf der Menschheitsentwicklung 100.000 Religionen gegeben haben mag, geboren zunächst aus Totenkulten. Wie umgehen mit dem heraufdämmernden Bewusstsein der eigenen Endlichkeit? Schon in einem rund 45.000 Jahre alten Höhlengrab eines Neandertalers in Shanidar im heutigen Irak ergaben Pollenfunde Hinweise auf einen Grabschmuck mit mehreren Blumen- und PflanzenartenDer amerikanische Evolutionsbiologe Edward O. Wilson hält „die Prädisposition zu religiösem Glauben“ für „die komplexeste und mächtigste Kraft des menschlichen Geistes“. 
Sie sei aller Wahrscheinlichkeit nach „ein unauslöschlicher Bestandteil der menschlichen Natur“. 
Religion bezeichnet eine Sicht auf die Welt, die von einem Glauben an objektive Werte getragen wird – etwa daran, dass Geschöpfe eine Würde haben, dass ein Leben erfüllt oder verfehlt sein kann.  Auch Theisten teilen diese Werte, meinen aber, sie seien gottgegeben.  
Das bedeutet für Wilson keineswegs, dass Gott existiert. Er sieht Religiosität als eine „List der Gene“ an, die einen Evolutionsvorteil bringt. Wer sich einer Religion und ihren sozialen Normen unterwirft, ordnet das Eigeninteresse dem der Gruppe unter und bringt „kurzfristige physiologische Opfer für langfristige genetische Vorteile“. Denn das Individuum schränkt zwar die eigenen Spielräume ein. Doch es kann „die Vorzüge der Gruppenmitgliedschaft mit einem Minimum an Energieverausgabung und Risiko genießen“. 

Mittwoch, 10. Mai 2017

Veranstaltung am Donnerstag 11.5.2017 um 19:00 im Mehrgenerationenhaus Bad Dürkheim

Themen:  

Technologischer Totalitarismus und Quantensprung des Denkens


Die Digitalisierung aller Lebensbereiche ver­ändert unsere Gesellschaft ähnlich radikal wie die industrielle Revolution vor 200 Jahren: Werden Maschinen uns bald vollends beherrschen? Die einfache Antwort lautet: JA, sie tun es bereits! Erstaunlicherweise mit einfachen Mitteln. Und ohne großen Widerstand. Da die Ökonomie bereits vollends den tech­nischen Systemen unterworfen ist, gibt es viele Verlierer vom einzelnen Menschen, über Unternehmen und Banken bis hin zu ganzen Staaten. Das führt unverkennbar zur Radi­kali­­sierung der Ausgesonderten. Dennoch schrei­t­et die Globalisierung ungehemmt weiter voran.

Die schlechte Nachricht finden Sie täglich in allen Zeitungen: Unsere Welt ist in einem verheerenden Zustand. Die gute Nachricht ist: Sie können etwas tun. Etwas, das die Welt, in der wir leben, wirklich verändern kann. Sie brauchen dafür nur Ihre Aufmerksamkeit!

Wir haben gelernt, auf eine ganz bestimmte Art zu denken. womit wir unseren Alltag strukturieren, Sie ist für uns wie eine zweite Haut geworden, die wir schon so lange tragen, dass wir sie gar nicht mehr bemerken. Über viele Jahrhunderte hat sie uns gedient und geschützt, doch inzwischen sind wir herausgewachsen. Unsere Denk­struk­turen sind zu eng geworden. Die Probleme, die unsere Gesellschaft heute begleiten und die uns derzeit unlösbar scheinen, sind eine Folge dieses Prozesses. Die Physik und die Biologie haben es geschafft radikal neu zu denken. Das können wir auch, wenn wir wollen!